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News

ARZ Aktuell


31.12.2008AZTEC - das ArZ TEst Center

Viele in der Bank kennen das: schon wieder eine neue Release – jetzt heißt es: neue Funktionen testen, die „alten“, nicht veränderten Funktionen überprüfen, eventuelle Fehler melden, wieder testen, wieder die „alten“ Funktionen anschauen – vier bis fünf Wochen lang. Und das Ganze fünfmal im Jahr.
Darüber wurde im Zuge einer Strategiedefinition Anfang 2008 im ARZ nachgedacht.

Februar 2008 – ein Ausflug in die Welt der Qualitätssicherung

Der Begriff "Regressionstest" hat seine Wurzeln im Lateinischen: regredior, regressus sum = zurückschreiten. Ein Rückschritt also? Mitnichten! Im Kontext des ARZ und seines Serviceauftrags den Kunden gegenüber stellt der Regressionstest eine zentrale Absicherung bestehender Funktionalität und des Qualitätsanspruchs dem Kunden gegenüber dar: Beim Regressionstest geht es um die wiederholte Ausführung von Testfällen, um bei Änderungen und Neuerungen unerwünschte Nebenwirkungen in bereits getesteten bzw. eingesetzten Teilen der Software aufzuspüren. Diese Tests müssen vor jeder Inbetriebnahme veränderter Software durchgeführt werden. Wer Regressionstests ernst nimmt, sieht sich mit einer riesigen Menge an Tests konfrontiert, die zu erledigen sind. Dass Regressionstests in zunehmendem Maße ernst zu nehmen sind, unterstreicht auch der Gesetzgeber mit der achten EU-Richtlinie, die verstärkte Anforderungen an die Tests vor Produktivsetzung stellt. Sie müssen also gemacht werden, diese industrialisierten, umfassenden Regressionstests, nur: Wer soll und kann das tun? Die chronische Überlastung der Fachbereiche auf Kundenseite verhindert eine Intensivierung – darüber hinaus bedarf ein optimierter Ressourceneinsatz hier einer kundenübergreifenden Koordination. Diese Ausgangssituation hat im ARZ zu einem Projekt geführt, das das bestehende Testvorgehen optimieren soll. Besonderes Augenmerk wurde auf den Regressionstest gelegt. Die Ergebnisse aus den konzeptionellen Vorarbeiten in Kurzform:
  • Mit leistungsfähigen methodischen Prinzipien ist ein hochwertiges Testfall-Portfolio für den Regressionstest aufzubauen. Das ARZ hat hier eine hervorragende Ausgangsposition: Das fachliche Wissen über die verschiedenen Kundensituationen ist gebündelt vorhanden. Es kann daher mit vergleichsweise geringem Aufwand ein optimales Testfall-Set ohne Redundanzen aufgebaut werden.
  • Die Testdurchführung ist weitgehend zu automatisieren. Um auch in kurzen Durchlaufzeiten und in Zeiten enger Kostenkalkulation den Testauftrag erfüllen zu können, muss die Testdurchführung großteils maschinell erfolgen. (Anmerkung: Eine vollständige Automatisierung ist in der Praxis nicht sinnvoll und zumeist auch nicht möglich.)
  • Die Aufgaben sind einem eigenen, konzentrierten Testteam zu überantworten.
  • Die Tauglichkeit dieses Vorgehens ist im Rahmen einer Pilotphase zu überprüfen.
Das Vorhaben und die strategische Ausrichtung wurde in den OAs und im Beirat Mitte 2008 abgesegnet.

September 2008 – ein Team formiert sich

Im September dieses Jahres nahm das Team von AZTEC (ArZ TEst Center) seine Arbeit auf. Als Pilotphase wurde die Erstellung eines automatisierten Testfall-Portfolios für sogenannte "Smoketests" zum Thema "ARCTIS – Kunde – Konto" in Angriff genommen. Der Begriff "Smoketest" hat seinen Ursprung in der englischsprachigen Elektronik: Neue Prints wurden in der guten alten Zeit getestet, indem sie zum ersten Mal an eine Stromquelle angeschlossen wurden. Bei Leistungen über 30 Watt kann in einem fehlerhaften Stromkreis tatsächlich Rauch entstehen – es handelt sich also um ein elementares Feedback, ob die Funktionstüchtigkeit eines Systems gegeben ist. Die Auswahl der Testgebiete, die im Rahmen dieses ersten, knackigen Testfall-Portfolios abgedeckt werden sollen, erfolgte über einen risikobasierten Ansatz. Ziel: Die wichtigsten Testgebiete kommen natürlich an erster Stelle. Die Erstellung der Testfall-Designs (Testfall-Skizzen) für die Testgebiete des "Smoketests" wurde zwischenzeitlich abgeschlossen. Nächster Schritt ist die Überführung der ca. 500 Testfälle in den Testautomaten. Für diese Aufgabe wird zwingend ein Werkzeug benötigt – das für VB91 und ARCTIS am besten geeignete Werkzeug „TOSCA Testsuite™“ konnte bis Oktober ausgewählt und auch beschafft werden. Toolspezifische Trainings erfolgten, sodass jetzt mit großem Eifer die Automatisierung vorangetrieben wird.

Juni 2009 – eine Release der neuen Art

Mit der Release 06/2009 wird der "Smoketest" auf Basis der synthetischen "ARZ-Bank" (Mandant 086 bzw. Mandant 486) vor Freigabe der V-Stage für Abnahmetests das erste Mal gesamthaft durchgeführt und werden die Ergebnisse den Banken zur Verfügung gestellt. Bis dahin sind gemeinsam mit dem Banken-Projektteam die Testergebnis-Reports erarbeitet, die Priorisierung überarbeitet, die Testfälle von den Banken inspiziert und SLAs erarbeitet worden.

Epilog

Das Interesse auf Kundenseite, das den Anstrengungen der AZTECen immer wieder entgegengebracht wird, zeigt, dass das ARZ hier einen "rostigen Nagel" auf den Kopf getroffen hat: Bereits jetzt bildet sich im Projektteam eine Warteliste mit Themen, die nach positiver Pilotphase rasch in den industrialisierten Regressionstest aufgenommen werden sollen. Auch im Projekt „Kredit Neu“ wird auf Ressourcen, Methodik, Wissen und auf das Testautomatisierungswerkzeug des AZTEC-Teams vertraut und damit die Projektarbeit der Banken erheblich unterstützt.
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